Missbrauch vom gehackten eBay-Account

Immer wieder sind gehackte virtuelle Konten bei eBay ein großes Problem. Kriminelle verschaffen sich den Zugang zu einem eBay-Konto, verändern dort die Bankverbindung und vereinnahmen dann die Kaufpreise. Sowohl Käufer als auch Verkäufer können als Geschädigte des Hacks in Betracht kommen.


Hierzu das Wichtigste in Kürze:

Wurde das eBay-Konto geknackt und missbraucht, dann stehen Betroffene auf der Gegenseite dem meist machtlos gegenüber: Sie müssen nämlich beweisen, dass das tatsächliche Mitglied den Kaufvertrag herbeiführte. Dies gilt selbst dann, wenn das Mitglied die Zugangsdaten nicht sicher verwahrte. Das gehackte Mitglied muss auch nicht beweisen, dass sein Account geknackt und missbraucht wurde. Eine einfache Behauptung reicht grundsätzlich aus.


Aber nicht nur in den Fällen des Vertragsabschlusses, sondern auch in denen der Vertragsdurchführung ist die Rechtslage entsprechend:


In den Überweisungsdaten des Verkäufers war der Verkäufer als Empfänger eingetragen, jedoch eine IBAN-Nummer, die Anfangsbuchstaben „RO“ für Rumänien enthielt.


Das Amtsgericht vertrat die Ansicht, dass die „unstreitig nicht von der Beklagten eingestellten Bankdaten der Beklagten auch nicht zuzuordnen seien, d. h. sie hat nicht für den dortigen Erklärungsinhalt einzustehen, so dass eine etwaige Zahlung der Klägerseite auch nicht schuldbefreiend wirken konnte.“


Es gibt Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zur Nutzung von eBay-Konten durch Dritte, die an die Zugangsdaten gelangt waren. Bei dieser BGH-Rechtsprechung geht es in erster Linie um die Frage, wem das Handeln unter diesem eBay-Konto eigentlich zuzuordnen ist. Es geht hier um die sogenannte Vertretungsmacht der rechtsgeschäftlichen Erklärungen. Das Amtsgericht Erfurt hat diese Regelungen auf den Fall des gehackten eBay-Kontos übertragen werden.

„Diese zusätzlichen Voraussetzungen müssen aber zwingend vorliegen, damit ein vom „Vertretenen oder Namensgeber“ möglicherweise schuldhaft mitverursachter Rechtsschein im Rechtsverkehr derart Schutz verdient, dass die Handlungen des Dritten dem „Vertretenen“ zugerechnet werden.

Grundsätzlich erscheint die Rechtslage unfair, schließlich reicht eine einfache Behauptung, dass der Account geknackt und missbraucht wurde aus, um kaufrechtlichen Ansprüchen zu entgehen. Die Gerichte schützen aber ganz bewusst die gehackten Mitglieder.

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